Teilklage

Manche Anleger, welche nun vor der Entscheidung stehen, ihre Bank wegen fehlerhafter Anlagevermittlung gerichtlich auf Schadensersatz in Anspruch zu nehmen, befürchten ein erhebliches Prozeßkostenrisiko.

Einen Ausweg weist die Möglichkeit der Teilklage.

Bei einer Teilklage macht der klagende Anleger nur einen Teil des seiner Ansicht nach bestehenden Anspruchs geltend. Legt er dies offen, spricht man von einer "offenen" Teilklage, tut er dies nicht, spricht man von einer "verdeckten" Teilklage. Beides ist zulässig und hat zur Folge, daß zumindest bei einem Erfolg der Klage nur der eingeklagte Teil in Rechtskraft erwächst. In einem Folgeprozeß über den Restbetrag muß dann über den Anspruchsgrund neu entschieden werden, was mangels Rechtskraft auch eine abweichende Entscheidung ermöglicht. Dies gilt auch bei einer "verdeckten" Teilklage (BGHZ 135, 178 ff.).

Wer zum Beispiel für 100.000,00 € Zertifikate der Lehman Brothers Treasury Co. B. V. von der C-Bank erworben hat, kann auch erst einmal eine Schadensersatzklage über einen Teilbetrag von 10.000,00 € einreichen.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise besteht in einer erheblichen Reduzierung der Kostenrisken im Vergleich zu einer Klage über die komplette Summe.

Diesem Vorteil der Teilklage, steht freilich der Nachteil entgegen, daß die materiellrechtlichen Wirkungen der Rechtshängigkeit in Bezug auf die Verjährung in der Regel nicht eintreten. Insofern kommt ein solches Vorgehen allenfalls für Geschädigte, welche ihre Zertifikate nach 2005 erworben haben, in Frage.

Rechtsanwalt Frank Feser
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